Folge dem Licht!

Als ich kürzlich mit zwei Kollegen abends in Frutigen unterwegs war, stellte ich dreierlei fest: Erstens ist es schon so dunkel, dass man sich an den wenigen, hellen Punkten am Horizont orientieren muss. Das kann ein Himmelskörper sein oder auch die hochgelegene Station einer Bergbahn. Zweitens ist es schon so kalt, dass die Kühe und Esel im Stall sind und sich dort um die Futterkrippe drängen. Drittens haben in nächster Zeit einige Kinder in meiner Verwandtschaft Geburtstag, denen sollte ich wohl noch ein Geschenk besorgen.

Hm. Fassen wir noch einmal zusammen: Drei Typen irren nachts umher, lassen sich von Sternen leiten und haben nichts als Geburtstagsgeschenke für Kinder im Kopf? Das erinnert mich irgendwie an eine andere, alte Geschichte, die man sich bald wieder erzählen wird. Ihr wisst schon. Advent. Drei Könige und so. Aber keine Angst, ich reite jetzt nicht darauf herum. Die Frage ist nur, ob ich mir bei denen vielleicht noch was abgucken könnte. Blaublütler werden? Adelstitel kann man mittlerweile ja kaufen, aber das lasse ich doch lieber sein. Meinen kleinen Nichten Myrrhe und Weihrauch schenken? Kommt wohl auch nicht so gut an.

Aber dem Licht in der Dunkelheit folgen, das ist und bleibt ein guter Plan. Da lohnt es sich, die drei Könige zu imitieren. Hinter dem nächsten, hell erleuchteten Fenster wird demnächst wohl eine erste Kerze an der Wärme angezündet, dieses Ziel kann so verkehrt also nicht sein. Und wer das Licht weiter oben am Horizont anpeilt, landet vielleicht auf Silleren oder Elsigen. Auch gut – dieses Wochenende werden dort ja schliesslich die ersten Pisten eröffnet.

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