Ein Brett gegen zwei

Diese Saison stand ich seit über 20 Jahren zum ersten Mal wieder auf Skiern. Eigentlich bin ich ja eingefleischter Snowboarder. Aber diverse meiner Boarder-Kollegen sind wie so viele über 30 inzwischen wieder auf zwei Latten umgeschwenkt. Da wollte ich halt auch einmal auf den Zug bzw. den Ski aufspringen. Also Schuhe, Stöcke und Bretter für einen Tag gemietet und ab auf die Piste.

Es war wie beim Velo – Skifahren verlernt man ebenfalls nie. Allerdings kam ich mir trotzdem uralt vor. Das lag einerseits am Material. Als ich damals aufgehört hatte, war Carving nämlich noch kein Thema. In den frühen 90ern gehörte das Board zudem fest zur Jugendkultur und schien den uncoolen Ski zu verdrängen. Auch wenn sich der Wind schon seit Langem wieder gedreht hat, und auch wenn breite Freeskier, lockere Skidresse und Carving-Technik die Grenzen zwischen den Disziplinen verwischt haben – ein bisschen fühlte ich mich wie ein Verräter am eigenen, überdrehten Lifestyle von damals.

Item. Ich überstand den Probetag unfallfrei, machte mit breitbeiniger Haltung und Vorlage aber sicher keine gute Figur auf der Piste. Dazu kommt, dass einige meiner Neo-Ski-Kollegen inzwischen wieder zum Board zurückgekehrt sind («weisst du, ich lasse es jetzt einfach etwas gemütlicher angehen»). Schon den nächsten Trend verschlafen? Naja, dann probiere ich doch erneut etwas aus, das ich bereits kann.

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