Diese Geschichte ist Käse

Warum nur sind die Engstligtaler beim Hobelkäsen so unschlagbar? (An der 16. Olma-Alpkäseprämierung holten sich Heidi und Stephan Sarbach-Aellig aus Adelboden in dieser Kategorie den ersten Rang, der zweite Platz ging an Judith und Hans Wyssen aus Frutigen.)

Die Erklärung ist ganz einfach: Lokaler Hobelkäse wird unter anderem auch vom Frutiger Unternehmen Puralpina vertrieben, das dazu auch gleich Käsehobel anbietet. Die Klingen dafür stammen von der Firma Victorinox, die ja auch das berühmte rote Sackmesser der TV-Serienfigur McGyver herstellt. MacGyver wiederum lernte bei einem Einsatz in einer frühen Episode die Schülerin Lisa Woodman in der Schweiz kennen. Woodmann wird von der Schauspielerin Mayim Bialik verkörpert, auch bekannt aus ihrer Rolle in der Serie «The Big Bang Theory». Da geht es um die Urknall-Theorie, zu der Albert Einstein ja bekanntlich wesentlich beigetragen hat. In seiner Zeit in Bern schrieb Einstein jedoch auch an seiner Dissertation mit dem wohlklingenden Namen «Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen». Und jetzt kommt der springende Punkt: Diese Arbeit wird auch in der Molkereikunde beigezogen, um etwa zu beschreiben, wie sich Kaseinpartikeln bei der Käsezubereitung verhalten. Logisch, hatten die Berner Sennen mit diesem knallharten theoretischen Background schon immer einen Vorsprung zur Konkurrenz.

So. Ich könnte natürlich auch einfach sagen, dass die Engstligtaler Käser ganz viel Erfahrung und Leidenschaft in ihr Milchprodukt gesteckt haben. Dass das der wahre Grund für die Alpkäseprämierung war. Aber die andere Geschichte klingt eigentlich auch ganz plausibel, oder?

Dr Vogellisichopf vam Wymanet: Miro Zryd

Es ist soweit, der erste Beitrag unserer Rubrik “ Dr Vogellisi Chopf vam Manet“ widmet sich dem Hockeyaner Miro Zryd. Diesen Sommer hat er seinen Vertrag bei Langnau bis 2018 verlängert und ist kürzlich in die neue Saison gestartet. Mit seiner Seriosität und sportlichem Ehrgeiz ist er ein Vorbild für alle jungen Sportler in Adelboden. Er ist hier aufgewachsen und hatte schon immer ein Ziel vor Augen: Eishockeyprofi. Gemäss seinem Vater Björn verbrachte Miro als Kind jede freie Sekunde mit einem Stock in der Hand. Zu Beginn spielte er in seinem Zimmer mit einem Ball. Kaum konnte er den Puck hoch schiessen gingen auch schon die ersten Scheiben in die Brüche. Da dies immer mehr vorkam, durfte der Hockeyverrückte den Puck nur noch draussen schiessen. Ob bei Wanderungen oder in den Ferien, der „Chnebel“ war immer dabei. Miro wollte sogar Stock und Ball auf den Bunderspitz nehmen, um unterwegs zu dribbeln. Auch zur Schule fuhr er im Sommer oft mit den Inline-Skates dribbelnd zur Schule und zurück.

Eine Woche nach seinem 16. Geburtstag debütierte er in der 1. Mannschaft vom EHC Adelboden. In der Saison 13/14 wechselte er zu den Langnau Elite Junioren um den Sprung in die erste Mannschaft zu schaffen. Mit seiner vorbildlichen Attitüde im Sommertraining überzeugte er die Verantwortlichen und erhielt seinen ersten Profivertrag bei den SCL Tigers. Gleich in der ersten Saison gelang dem Team der Aufstieg in die NLA. Einheimische Eishockeyspieler in der höchsten Liga der Schweiz ist nichts Neues hier. Allen voran natürlich Urs Bärtschi, Bernhard Lauber, Marco Koller, Peter Bärtschi, David und Bruno Maurer, welche zum Teil sogar die Schweiz auf dem Eis vertreten durften. Was jedoch bemerkenswert ist, dass Miro Zryd seit einigen Jahren der Erste ist, dem dieses Kunststück gelang. Wir haben ihm zum Thema Eishockey und Adelboden ein paar Fragen gestellt.

Gegen wen möchtest du unbedingt einmal spielen?

Ich habe noch nie gegen meine Brüder gespielt, ein NLA Spiel zwischen uns wäre super. Solange ich gewinne natürlich:)

Persönliche Ziele in dieser Saison?

Mich immer zu verbessern, Erfahrungen sammeln und ein Top 4 Verteidiger sein um in allen Situationen zum Einsatz zu kommen.

Verfolgst du die Resultate vom EHC Adelboden?

Ja, meine Brüder und gute Freunde spielen beim EHCA, darum schaue ich schon wie sie sich schlagen.

Was ist Adelboden für dich? 3 Worte, die für dich Adelboden beschreiben

Heimat

wunderschön

nebellos

Lohner oder Strubel?

Vom Gilbach sieht man beide nicht, deshalb sage ich Fitzer.

Sommer oder Winter?

Winter, im Sommer ist es mir zu heiss.

Weltcupbar oder Berna?

Weltcupbar

Bärgrächnig oder Märit?

Märit war immer streng mit dem Verkauf der Lösli für den Klub, deshalb Bärgrächnig.

Schlitteln oder Skigibeln?

Gibeln aber lieber gemütlich.

Warum trägst du die Nr. 64?

Die Zahl sieht gut aus auf dem Leibchen:)

Vielen Dank und wir wünschen dir alles Gute für diese Saison!

Bergverwandtschaften

Ich kann nichts dafür. Ich muss einfach immer internationale Vergleiche ziehen, wenn ich mich in Adelboden bewege. Ob das nun an mir liegt oder an der touristisch reich befrachteten Gemeindegeschichte, sei dahingestellt. Aber als mich meine letzte Bergwanderung dicht unter dem Tschingellochtighorn auf der Engstligenalp vorbeiführte, war das Kopfkino wieder einmal nicht mehr zu stoppen. Dieser surreale Gipfel erinnert mich halt an so viele Orte.

1. Das Tschingellochtighorn könnte auch in den Dolomiten stehen. Dort liegen nämlich ebenfalls schroffe Berge mit lustigen Namen wie Schlern, Geisler und Langkofel. Und das Südtirol sieht mit seinen vier schwarz-roten Adlern im Wappen sowieso dem Adelbodner Emblem zum Verwechseln ähnlich.

2. Das Tschingellochtighorn passt daneben ausgezeichnet zum Monument Valley zwischen Arizona und Utah. Diese Ebene auf dem Colorado Plateau befindet sich auf etwa 1900 m ü. M. (also fast gleich hoch gelegen wie die Engstligenalp). Die bizarren US-amerikanischen Felskuppen tragen wiederum charakteristische Namen wie Elephant Butte, Drei Schwestern oder Totempfahl. Der örtliche Indianderstamm der Navajo nutzt übrigens viele einheimische Heilpflanzen als Medizin. Passt doch: Wenn das unsere Kräuterfrau Vogellisi hören könnte …

3. Das Tschingellochtighorn findet seinesgleichen auch im Elbsandsteingebirge. Nomen est omen: Seine Gipfel ragen in der Sächsischen Schweiz aus dem Boden. Auch sie nennen sich eigenwillig Schramm- und Affenstein, Lokomotive oder Pfaffenstein.

So. Norditaliener, Nordwestamerikaner und Ostdeutsche haben jetzt hoffentlich Lust bekommen, einmal ihren Gebirgsverwandten im Oberland zu besuchen. Und ich habe umgekehrt Lust auf Brettljause, Pulled Pork und sächsischen Sauerbraten. Immer dieses Kopfkino.

Adlige Namen

«Oans, zwa, drai: Ja ds Oberland, ja ds Oberland, ds Berner Oberland ist schön.» Diese Version des Vogellisi-Lieds brilliert mit starkem Vorarlberger Akzent und stammt von der Partyband «Sturmfrei». Den Hit werden sie am Adelbodner Oktoberfest (14.–16.10.) garantiert zum Besten geben. Aber warum zelebrieren Österreicher in der Schweiz ein deutsches Fest? Da muss ich geschichtlich etwas ausholen:

Das Münchner Oktoberfest wurde erstmals 1810 anlässlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig und Prinzessin Therese gefeiert. Dieser Ludwig aber war der Onkel der Prinzessin Elisabeth in Bayern, und die wurde später Kaiserin von Österreich. So, diese Verbindung wäre geklärt.

Und wo liegen die Parallelen zwischen München und Adelboden? Dafür nochmal zurück zur adligen Hochzeit 1810: Zur Feier fanden sich damals 40000 Zuschauer auf der Wiesn zu einem Pferderennen ein. 40000 Zuschauer, ein Rennen – klingelts? Das haben wir im Lohnerdorf auch jedes Jahr, nämlich am Weltcup. Im 19. Jahrhundert wuchs das Oktoberfest dann von Jahr zu Jahr. Kletterbäume, Kegelbahnen und Trachten kamen hinzu. Ich sage nur: Kletterturm Silleren, Bowling in der Sportarena, Trachtengruppe Adelboden.
Gut, nicht alles haben die beiden Veranstaltungsorte gemeinsam: Den Jahresumsatz von einer Milliarde Euro wie am Oktoberfest München werden wir wohl nicht ganz erreichen, aber hey: wir haben dafür Sturmfrei. Und «Adel-» im Dorfnamen.