Neulich am Wegesrand…

Soll noch jemand sagen, Take away kenne man nur in Bahnhöfen und urbanen Gebieten. Dieser Trend ist längst nicht mehr nur dem hektischen Stadtleben vorbehalten. Doch schaut selbst:

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Diese alpinen Take Away Kühlschränke sind oftmals entlang Wanderwegen oder bei Bauernhöfen zu finden. Ganz einfach ein Stück pures „Adelboden“ kaufen und ein gewöhnlicher Spaziergang wird zur wahren Genusswanderung!

 

Happy weekend!

Sohle vs. Pneu

Während die Sommersaison langsam in den Endspurt geht, läuft die Debatte zwischen Wanderern und Velofahrern gerade buchstäblich auf Hochtouren. Im Oberland werden momentan nämlich touristische Bikerouten geplant, und Bergschuhe und Zweiräder können in den Alpen halt nicht immer getrennte Wege gehen bzw. fahren. Der eine verlangt hier nach Entflechtung, der andere nach friedlichem Nebeneinander. Der eine mahnt zur Akzeptanz, der andere sucht die Auseinandersetzung. Wo der eine über gegenseitigen Respekt und Koexistenz doziert, wittert der andere Laisser-faire-Politik.

Für den Wanderer stellt sich unter anderem die Frage, wie viel Störung seine Erholung verträgt, und ob die Mehrfachbenützung von Wegen für ihn zur Gefahr wird. Für den Biker andererseits stehen seine Bewegungsfreiheit und allgemein die Attraktivität des Berggebiets auf dem Spiel. Mein Tipp: Gegen Ängste und verhärtete Fronten helfen Begegnungen und reger Austausch.

Gerade finden in der Region zum Beispiel diverse Informationsanlässe zu diesem Thema statt. In der Wander- und Fahrpraxis draussen am Berg trifft man sich zudem ohnehin ganz ungezwungen. Und wer genau wissen will, wo was geht oder auf was gerade jemand abfährt, fragt drittens am besten die lokalen Experten. Im Notfall weiss die Alpinschule Adelboden, wo es noch einsame, wunderschöne Gipfel ohne Biker gibt. Das geht gut. Und die Bikeschule von Büschlen Bikesport & More Bikeschule zeigt umgekehrt, dass in der Destination immer auch Platz für ungebremsten Fahrspass zur Verfügung steht. Darüber lässt sich reden. Und fahren.

Mit den Augen eines Gastes

Letztes Wochenende bekam ich Besuch aus Zürich und nehme heute dich, lieber Leser mit auf das Abenteuer „Städter in den Bergen“. Nicht, dass ich nun ein lokal-patriotisches Loblied auf Adelboden singen möchte, nein. Vielmehr wurde mir wieder einmal bewusst, was wir als „alltäglich“ und „gewohnt“ einfach so hinnehmen. Mir wurden Dinge vor Augen geführt, an welche ich schon gar nicht mehr gedacht habe. Aber der Reihe nach:

Am ersten Abend gabs Kontrastprogramm: Die ruhige Dorfstrasse der Zwischensaison – zu viel Ruhe, hätte man meinen können, und ja es war schon sehr sehr ruhig so spät Abends – aber für Zürich-gewohnte Ohren war dies wohl extrem geräuscharm. Am nächsten Tag schickte ich meinen Besuch in den Haueter zum Z’Mittag. Und ich war verblüfft: die beiden rühmten das Essen so dermassen, dass wir kurz darauf die schmackhaften Wienerli bei Gempeler Fritz besorgen mussten – quasi als kulinarisches Souvenir. Trotz nassem Regenwetter liess ich es mir nicht nehmen, den beiden meine persönlichen Adelboden-Favourites zu zeigen: allem voran der Wasserfall und natürlich mein Namensvetter, der „Chälistii“. Nach etwas Bewegung in der Natur, gings abends in den Adler – der berühmte Velosattel sollte auch das „Unterländer“ Herz erfreuen, das tat er dann auch und spätestens als wir beim Chäs Mani den Wildstrubel-Käse degustierten und meine Gäste beinahe einen ganzen Laib mit nach Zürich schleppten, fand ich mich ganz und gar in meiner Rolle als „Gastgeber im eigenen Dorf“.

Immer wieder wurde mir gesagt, wie freundlich wir „Bergler“ seien, wie frisch hier oben alles sei (nicht nur die Luft) und wie willkommen sie sich fühlten. Dies machte mich sehr dankbar, hier leben zu dürfen und vor allem dankbar, dass mir dies wieder einmal bewusst gemacht wurde. Gastgeber sein bedeutet nicht, ein Hotel zu besitzen oder im Restaurant Touristen zu bewirten. Jeder in Adelboden kann dies sein. Es bedeutet viel mehr, den Dorfgedanken zu teilen, Gäste an unseren lokalen Gepflogenheiten und an unserem Alltag teilhaben zu lassen, unsere Naturverbundenheit einzubringen – Gastgebertum hat meiner Meinung nach viel mit Dankbarkeit zu tun. Schliesslich können wir stolz sein, auf all die Möglichkeiten, lokale Produkte zu beziehen und zu wissen, woher unser Essen kommt und auf die Gemeinschaft. Ein Dorf lebt, wenn die Gemeinschaft lebt, aber es lebt eben auch, wenn Gäste es beleben und wieder kommen – ein Leben lang.

 

 

Klassische Kontraste

Schwarz-Weiss-Denken ist ja verpönt. Schwarz-Weiss-Sehen gilt als veraltet. Schwarz-Weiss-Hören dagegen ist weder sonderlich bekannt noch deplatziert. Und genau das werde ich am 29. September denn auch tun: Am Swiss Chamber Music Festival in Adelboden das Konzert des Schwarz-Weiss-Duos mit Cellistin Ilona-Aleksandra Basiak und Pianist Mischa Kozłowskides besuchen.

Warum die zwei Polen genau diesen Namen für ihr Ensemble gewählt haben, kann nur erahnen. War es die Liederwahl? Immerhin interpretieren die beiden ebenso Kompositionen von Beethoven wie zeitgenössische Werke etwa des Berners Thomas Demenga. Oder bezieht sich der Name auf den Kontrast zwischen dem recht populären Pianisten und der weitgehend unbekannten Cellistin? Oder haben sich die beiden einfach vom gemeinsamen Schwarz-Weiss-Foto inspirieren lassen? Machen Kleider Namen? Oder die Geschlechter? Eine mögliche Erklärung sähe ich auch bei instrumentalen Differenzen: Der warme Holzklang des Streichinstruments versus die helleren, härteren Piano-Töne. Sind es am Ende gar die grossen Unterschiede zwischen dem Warschauer Musik-Studium und der Schweizer Alpenwelt, die das Duo geprägt haben? Oder sind die Unterschiede am Ende doch nicht so gross?

Ich weiss es nicht. Ich war auch noch nie in Warschau. Aber das Konzert in der Dorfkirche höre ich mir gerne an in der Hoffnung, dass sich der Schleier leicht lüftet. Und dass das Schwarz-Weiss-Hören das Schwarz-Weiss-Denken weiter reduziert. Ich bin da ganz Ohr.

Brunchhotspot: The Cambrian, wo Sinne aufeinander treffen

Was gibt es schöneres, als am Sonntagmorgen aufzuwachen im Wissen, dass man heute noch mächtig frühstücken kann? Nun, meiner Meinung nach hält sich die Vorstellung an etwas Schöneres in Grenzen! Ich bewege mich also mit einer ungewohnten Leichtigkeit, schliesslich ist Sonntag, aus dem Bett und mache mich bereit. In meinen Gedanken kursieren schon die verschiedensten Vorstellungen. Gipfeli, Käse, Saft, Müesli… Die Vorfreude ist gross.

Weiter geht es bei unserer Rubrik „Brunchhotspots“ mit dem Hotel The Cambrian wo man jeweils sonntags von 7 Uhr bis 12 Uhr brunchen kann. Nach kurzem Fussmarsch von zu Hause werden wir in der Eingangshalle freundlich begrüsst und sogleich ins Restaurant geführt. Dort wartet auch schon eine riesige Auswahl an leckeren Esswaren, soweit das Auge reicht! Wir staunen nicht schlecht, als uns mit unserem bestellten Kaffee auch gleich ein hausgemachter Smoothie mitserviert wird.

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Die Vorfreude steigt stetig, als wir einmal am ganzen Buffet entlang gehen, um zu sehen, was es hier überhaupt alles zum Geniessen gibt. Nicht nur das Essen sieht fantastisch aus, auch die Aussicht von unserem Tisch aus ist alles andere als schlecht. Trotz nicht allzu gutem Wetter sind alle Tische auf der Terrasse verständlicherweise besetzt. Das wunderschöne Bergpanorama trägt sicherlich seinen Teil zum Genuss-Brunch bei. So macht auch der Aussenpool unmittelbar neben der Terrasse einen „glustig“ auf einen schönen Wellness-Nachmittag.
Wir beladen unsere Teller mit allem möglichen… Lachs, Kernenbrötchen, Gipfeli, verschiedene Käsesorten, Speck, Dörrfrüchte und alles weitere, was sich bei der vielfältigen Auswahl auf einen Teller bringen lässt. Auch Süsses gehört dazu, Donuts und Apfeltaschen lassen unsere Schlechermäulchen-Herzen höher schlagen. Auch hier lässt sich alles rund um das Ei bestellen und wir in der Küche frisch zubereitet. Leider finden wir dafür keinen Platz mehr auf unserem Tisch. 😉

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Unser Fazit: Wer ein sehr vollständiges und äusserst schmackhaftes Frühstück geniessen will und dies absolut ohne Zeitdruck ist im The Cambrian richtig. Wo die Sinne aufeinander treffen: Bergpanorama, Gaumenschmaus und Wellness direkt beieinander! Ein gelungener Start in den Sonntag!