Rägäpöli und Furggi wagen sich hoch hinaus

Den Boden unter den Füssen verlieren – eine der schlimmsten Vorstellungen wird für uns zum schönsten Erlebnis. Wenn ein hauchdünnes Stück Stoff zur gemütlichen Schlafgelegenheit wird. Face the cliff! Ein Abenteuer ohne festen Boden. Mehr dazu erfahrt ihr in den nächsten Vogellisi-Blog Berichten vom 2. und 4. August.

Viel Raum für Neues

Letzte Woche wanderte ich von Adelboden aus via Bunderspitz nach Kandersteg. Kurz vor dem Gipfel drehte ich allerdings um und nahm eine Abkürzung ins Kandertal, weil meine Füsse schmerzten und meine Kondition nachliess. Ein letzter Blick ab dem Grat zeigte mir noch einmal den grossen Lohner zur Rechten und das kleine Dorf am Talgrund. Die groben Fixpunkte waren einfach auszumachen: Ganz links leuchtete das Türkis des Gruebibads, oben thronte der weisse Würfel des «Bellevue», in der Mitte rechts erhoben sich die grauen Wellen des Sportzentrums. Ebenfalls in der Mitte, braun und riesig – das Erdreich des frisch planierten Nevada-Areals.

Ja, nicht nur mein Aufstieg zum Bonderspitz musste definitiv abgebrochen werden, sondern nun auch der Bau des Alpenbads. Und da wurde mir klar, dass es noch mehr Parallelen zwischen meiner Reise und diesem Riesenprojekt gab: Man muss erstens genügend Distanz gewinnen, um die ganzen Ausmasse einer Situation zu verstehen. Es braucht zweitens Mut, Ehrlichkeit und Reife, um trotz vieler Opfer zur rechten Zeit von einem Ziel abzulassen. Und drittens heisst ein Ziel verfehlen immer auch, bereits ein neues anzupeilen. Mit wertvollen Erfahrungen im Gepäck.

Ich gelangte ohne Zwischenfälle nach Kandersteg, wo mich ein kühles Getränk erwartete. Und eine Panoramakarte am Bahnhof, wo ich schon den nächsten Wanderausflug plante. Es gibt noch viel Platz für erfolgreiche Abenteuer. Auch auf dem Nevada-Areal.

Adelbodner Piazza

Wie gerne erinnere ich mich an viele wunderschöne Ferienabende in Italien. Man schlendert die Promenade entlang, sucht Souvenirs für die Liebsten, die zu Hause bleiben mussten, geniesst die Wärme und den Duft des Salzwassers, der in der Luft schwebt, gönnt sich ein leckeres Gelato und und und. Man könnte stundenlang schwärmen! Doch wer sagt denn, dass man einen schönen Sommerabend nur in Italien erleben kann?

Die Adelbodner Piazza (auch Dorfplatz genannt) und die Bars und Restaurants entlang der Dorfstrasse bieten eine wunderschöne Kulisse für einen gemütlichen Schlummertrunk. Man schlendert der Dorfstrasse entlang, besichtigt die Schaufenster, geniesst die Wärme, die sich tatsächlich in Adelboden eingefunden hat (jedoch ist ein Pullover für den Abend empfehlenswert), geniesst die frische Bergluft und das Panorama und gönnt sich einen erfrischenden Drink und erfreut sich am Beisammensein.

Kann diese Vorstellung Wahrheit werden oder ist dies nur einer blühenden Fantasie entsprungen? Finde es heraus! Ich für meinen Teil weiss wie es ist!

Tagwach um 3.45 – der Gipfel ruft!

Einer der schönsten Plätze in oder besser gesagt über Adelboden erhielt diese Woche gleich doppelten Besuch vom Vogellisi. Der Bunderspitz bei Sonnenaufgang.

Wenn die Adelbodner und manchmal auch Gäste freiwillig mitten in der Nacht aufstehen, muss vermutlich eine grosse Entschädigung auf sie warten. Genau so war es auch diesmal wieder. Wie es zum sommerlichen Ritual eines Einheimischen gehört, machten sich auch Rägäpöli und Chälistii auf den Marsch, welcher mit Stirnlampe und dick eingepackt im Schwarz der Nacht beginnt, Richtung Gipfel auf 2546 Meter über Meer. Auf dem Gipfel erwartet einem Wind, Kälte, verschwitze Kleidung, ABER: Ruhe, schroffe Felswände und die aufgehende Sonne. So pur und unverfälscht erlebt man die Natur an kaum einem zweiten Ort im Tal. Die anfängliche Müdigkeit und Anstrengung ist schnell verflogen und bald schon geht es zurück ins Tal zum wohlverdienten Brunch. Wo, wie und was wir brunchen, und alles rund um feine Brunchmöglichkeiten in Adelboden werden wir euch bald auf unserem Blog verraten.

 

Happy weekend!

Immer cool bleiben

Es ist so eine Sache mit Klimaanlagen. Da planschte ich gerade noch in der Badi und betrete nun den auf gefühlte 8 Grad heruntergekühlten Laden. In mir regt sich plötzlich das Verlangen nach Glühwein, und der Sommertag endet mit Schnupfen.

Da sitze ich zweitens gerade im Zug, als die Klimaanlage den Geist aufgibt. Der Kohlendioxid-Pegel steigt bedrohlich an, als die Rentner-Reisegruppe im Abteil gierig die letzten Sauerstoffreserven einsaugt. Auf den dunklen Sitzen liessen sich nun Spiegeleier braten, und nein, die Fenster lassen sich schon lange nicht mehr öffnen.

Da schwitze ich drittens im Schlafzimmer, während mir ein lärmender Ventilator schale Luft um die Ohren bläst. Schliesslich schalte ich die Klimaanlage an. Nur um kurz darauf zu beobachten, wie das klebrige Kondenswasser den Putz von den Wänden schwemmt.

Da schreibe ich viertens einen Sommerpost im Wissen, dass ich ihn ohne Klimaanlage gar nicht veröffentlichen könnte. Denn irgendwo steht ein gut gekühlter Serverblock mit den nötigen Kapazitäten, damit User überhaupt „Vogellisi-Blog“ googeln können.

Es ist so eine Sache mit Klimaanlagen. Das beste Modell gibt es in den Alpen. Es nennt sich „Wanderweg“. Mit einem Grad pro hundert Höhenmeter stufenlos regulierbar. Zu 100 Prozent mit Bio-Energie betrieben. Und dabei so individuell: Der mit Schnupfen bleibt auf dem Talboden, der mit Wallungen kühlt sich an der Gletscherzunge. Go for it!