Viel Holz vor der Hütte

Es spriesst und gedeiht in Kander- und Engstligtal. Nur mal einige Zahlen: Auf 9900 Hektaren ist hier in den letzten Jahren ein Holzvorrat von zirka 3,5 Millionen Kubikmetern herangewachsen. Das ist ein grösseres Volumen als das der Cheops-Pyramide. Und jährlich kommt ein Überschuss von weiteren etwa 40000 Kubikmetern dazu. Das Oberland ist in Sachen Wald sowieso ein Spezialfall: Würde der Berner Forst auf alle seine Bewohner aufgeteilt, bekäme jeder eine Kreisfläche mit einem Radius von 24 Metern. Im Oberland alleine gerechnet ist dieser Radius aber mehr als doppelt so gross. Dass sich der kantonale Wald in den letzten 25 Jahren um die Fläche des Thuner- und Brienzersees vergrössert hat, liegt vor allem an der Zunahme im Berggebiet.

Das sind gute Nachrichten und auch gute Bedingungen. Wer sagt denn, das alpine Holz solle bloss im Wald oder vor der Hütte sein – und nicht auch in Heizpellets, im Täfer, in Möbeln, Skiern und Paletten, in Dachstühlen, Böden und Geländern? Wer jetzt noch auf das letzte Teak-Holz aus den Tropen setzt, sollte die Zahlen oben jedenfalls noch einmal überdenken – oder wieder einmal einen Waldspaziergang machen.

Dr Vogellisi Chopf vam Manet

Neu! Neu! Neu!

 

Schon bald ist es soweit…

…und es startet unsere neue Rubrik „Dr Vogellisi Chopf vam Manet“, in der wir monatlich ein Gesicht aus Adelboden vorstellen. Egal ab aus Sport oder Kunst, egal ob Mann oder Frau, ob bereits bekannt oder (noch) unbekannt, ob einheimisch oder Gast, ob alt oder jung – das Vogellisi macht sich auf die Suche nach inspirierenden Persönlichkeiten, spannenden Geschichten und witzigen Anekdoten…

 

Die Kunst der Verfremdung

Ach ja, die Kreativität in Adelboden. Man nehme alltägliche Materialien und stelle sie in einen unerwarteten Rahmen – et voilà: schon haben wir eine künstlerische Aussage im Dorf. Die grossen Namen sind dabei ja schon lange Programm. Aus Alteisen entstand etwa Basil Luginbühls «Feuervogel» auf Tschenten. Mit psychedelischen Farben schickte Maler Björn Zryd seine Kuhporträts in eine andere Dimension. Die zieren jetzt unter anderem das Büro von Nationalrat Albert Rösti. Es gibt aber auch die Stuhlinstallationen vor der «Alten Taverne». Es gibt die mannshohen Adler der Holzschnitzerei Trummer. Und es gibt dieses Motorrad aus Kunststoffrohren, mit dem die Marc Germann AG am Risentensträssli für ihre sanitären Installationen wirbt.

Und wo bitte ist dabei jetzt die künstlerische Aussage? Ich will es mal so sagen: Klar haben all diese Werke trotz Verfremdung noch eine Funktion – aber welche genau, das muss jeder für sich selbst herausfinden. Und genau solche Momente machen eine Gemeinde lebendig.

Perfekte Skipisten im April

 

Wer auch nach der gelungenen Ski-Chilbi noch nicht genug vom Skifahren hat, dem empfehle ich die Pisten auf der Engstligenalp. Trotz warmem Wetter präsentiert sich die grösste Hochebene der westlichen Schweizer Alpen im schönsten Wintermantel und die Lifte sind noch bis Anfang Mai in Betrieb. Frühaufsteher sollten mit geschliffenen Kannten auf den Berg, die Pisten sind perfekt präpariert und fordern sogar die besten Skifahrer heraus. Zudem ist die Engstligenalp Ausgangspunkt für viele Skitouren. Interessierte können sich bei der Alpinschule weitere Infos besorgen. Einem weiteren herrlichen Skitag steht somit nichts mehr im Weg. Wer den Besuch mit einem Fondue kombinieren will muss sich sputen, das Fondue-Iglu ist nur noch bis am 10. April geöffnet.

Engstligen 2

 

Für Spass auf der Piste ist am 16. April gesorgt, dann findet nämlich das legendäre Alpäsplash statt. Mit Ski und Snowboard sind die Teilnehmer unterwegs in Richtung Schwimmbecken. Die spektakulärsten Fahrten und besten Outfits werden von einer Jury prämiert. Nicht verpassen!


Runde Sachen braucht das Tal

Rund 6000 Jahre ist es her, dass das Rad erstmals für den Transport eingesetzt wurde. Heute ist es auch aus dem Lohnerdorf nicht mehr wegzudenken. Ohne Reifen und Lenkrad und Drehkolben an Autos und Bussen fänden nur vereinzelte Wanderer zum Abschluss des Engstligtals. Der Zug käme ohne Räder gar nicht erst bis Frutigen. Und selbst wenn die Frühlingsskifahrer es bis zu den Liften schafften: Ohne die unzähligen Schwung- und Zahnräder sowie die Umlenkrollen der Bergbahnen blieben die meisten Pisten in Adelboden unbenutzt. Zudem könnte der Ratrac diese ohne Antriebsrad eh nicht präparieren. Die Rotoren der Drohne auf Tschenten stünden natürlich ebenfalls still.

Da warteten die Besucher nun verloren an der Dorfstrasse. Sie würden gar nicht bemerken, wie die Zeit vergeht. Die Zeiger der Kirchenuhr könnten sich ja nicht drehen. Es wäre beängstigend still. Auf den Baustellen höben die Kräne keine Gewichte. Ohne Trommel, Treibscheibe oder Umlenkrolle führe kein Hotellift. Keine Waschmaschine würde waschen, die Zählwerke für Wasser- und Gas stünden ebenfalls still. Dann endlich würde es Nacht und damit stockfinster. Ohne die Schaufelräder der Kraftwerk-Turbinen gäbe es schliesslich auch einen Strommangel.

Es bliebe uns nichts, als Däumchen zu drehen und auf den Sommer zu warten. In der Zwischenzeit könnte man ja zumindest eine Runde an der Hotelbar bestellen. Spätestens mit der Schneeschmelze müsste man das Rad aber wieder einführen. Segway, Trottinett, Bike & Co. werden es uns danken.