Kreatives Adelboden, Teil 1: Briefe aus der „Hiimat“

Berühmt und wohl in aller (einheimischen) Munde: „Es grudlet äs Gräbli“. Dieses Gedicht erschien in der ersten Nummer des „Heimatbriefs“ im Jahre 1947. Die Pioniere und die Herausgeber waren damals der Bodenschullehrer Christian Aellig und dessen Sohn Jakob.

Sinn und Ziel wurden damals wie folgt definiert:

«… die uns von Gott anvertraute irdische Heimat besser zu hüten, schöner zu gestalten, kräftiger zu ehren. Unsere Heimatbriefe wollen dieser Erkenntnis festen Ausdruck verleihen. Sie möchten anregen zu altem, bodenständigem Sinn, der das Gute vom Neuen für unsere Berggegend passend und würdig verwendet, ohne dabei das heimatlich Überlieferte wahllos preiszugeben … Unsere Briefe entsprechen einem Bedürfnis vieler aus allen Geschlechtern, Bäuerten, Berufen, Parteien und religiösen Gruppen des Tales …»

Während Jahrzehnten war Jakob Aellig Redaktor der Briefe. Im Jahr 2009 erschien die Nummer 70 des Hiimatbriefes. Sinn und Ziel haben sich bis heute kaum geändert. Jedoch versucht das Redaktionsteam aktuelle Themen und Probleme anzusprechen.

Der Hiimatbrief ist politisch und konfessionell unabhängig. Um die Unabhängigkeit zu wahren, wurde bis heute bewusst auf einen Inseratenteil verzichtet.

Der Hiimatbrief wird allen Gemeindegliedern automatisch zugestellt. Interessierte ausserhalb der Gemeinde (Schweiz, Ausland) können den Brief auf Anfrage hin ebenfalls beziehen (gegenwärtig sind es 415 Personen).  Heute ist der Hiimatbrief in die Stiftung Dorfarchiv integriert.

Der Hiimatbrief ist wichtiges Wissensgut, welches hoffentlich noch viele weitere Jahre Teil des Lohnerdorfs bleibt. Ein grosser Verdienst, viel Pioniergeist und ein Schatz, welcher es zu bewahren gilt

 

Mehr Infos zum berühmten Hiimatbrief findest du unter:

Quelle: https://hiimatbrief.wordpress.com

Chunnt na der schönschte Zyt im Jahr, ä strenga Wintertag derhaar?

Nach dem etwas verfrühten Wintereinbruch von letzter Woche, hat sich der goldene Herbst diese Woche noch einmal eindrücklich zurück gemeldet.

Bereits ist es etwas stiller geworden in Adelboden, die meisten Bergbahnen haben sich letzten Sonntag in die Pause vor der Wintersaison verabschiedet, Zeitumstellung und Nebensaison stehen schon wieder vor der Türe.

Auch der Winter ist zum Greifen nah, daher hier ein paar Tipps aus dem Vogellisiland, um die letzten Herbsttage nochmals auszukosten:

  • Am Sonntag ein letztes Mal auf den Tschenten brunchen gehen
  • Biketour aufs Hahnenmoos machen (das Trottiland ist geschlossen und somit kein Gegenverkehr)
  • (Schadenfreudig) Das Nebelmeer auf der Tschentenegge geniessen
  • Frühschwimmen im Parkhotel Bellevue ist am schönsten, wenn die Sonne ennet der Talseite aufgeht und das Wasser schön glitzert
  • Eine Runde Golf auf der Engstligenalp
  • Ein letztes Mal das Chuenisbärgli schneefrei erwandern
  • Ein wärmendes Fondue im Käsestübli der Alten Taverne erfreut Gaumen und Seele

Und weil der Herbst in den Bergen so schön ist:

Herbscht (aus Hiimatbrief Nummer 76, Sept. 2015)

Ä stili Rue ligt uberem Land

Äs zigt sig jitz I nüuwem Gwand

Het ächt ä Maler syner satte

Farbe vertiilt, uf Wald u Matte?

 

Was wyt äwägg –zumGryffe naa

Ä sone Sicht hescht süscht nie gha

Der Himel blau u d’Matti grüe,

U zriggsum ds Glütt va dyne Chüe

 

D Büüm trage Frücht, si hange schwer

AM Ascht, u lade zum Verzehr

Ob jitz ol erscht zurWinterszyt

We d Gärte blutt sy u verschnyt

 

U giit ä tola Luft dur ds Land

Verliere d Büüm das Feschttagsgwand

U d Bletter tanze- aber gälb

Sy d Lerche; d Matti warden älb

 

Im Gliichgwicht sy nug Nacht u Tag

Va wytem ghörscht ä lysi Chlag:

Chunnt na der schönschte Zyt im Jahr

Ä strenga Wintertag derhaar?

 

Mehr Infos und die Geschichte zum “Hiimatbrief” erfährst du nächste Woche auf dem Vogellisiblog!

 

 

 

 

3600 Sekunden? Geschenkt

Kaum zu glauben — ist es wirklich schon ein halbes Jahr her, als ich mich über die Zeitverschiebung im Frühling ausgelassen habe? Naja, diesmal werde ich mich nicht beschweren. Schliesslich gewinnen wir ja eine Stunde, weil wir die Zeiger zurückdrehen. Eine Stunde. Was man in dieser Zeit alles anstellen könnte …

Ich könnte vom Sillerenbühl zum Hahnenmoospass schlendern, das käme in etwa so hin. Oder ich könnte auf der Driving Range auf der Engstligenalp um die 300 Bälle abschlagen. Das hingegen wäre ziemlich ambitioniert. Ich könnte auch die Folge von «SRF bi de Lüt» nochmals schauen, die sich ums «Wunderland im Engstligental» dreht. Mit Werbepausen auch etwa 60 Minuten. Oder wie wäre es mit einer Ganzkörpermassage im Wellnessbereich des Parkhotels Bellevue? Oder mit einer Führung durchs Tropenhaus unter dem Motto «Spezifische Energiethemen und Nutzung»? Dauert beides auch zirka 3600 Sekunden.

Hmm … Aber vielleicht drehen Sie sich am 25. Oktober ja lieber noch einmal um in ihrem weichen, warmen Hotelbett. Eine Stunde länger schlafen hat ja auch seinen Reiz. Und seine Zeit.

Immer der Erste sein, wäre doch langweilig!

Normalerweise hören wir immer: “Der frühe Vogel fängt den Wurm” und “dr Schnäller isch dr Gschwinder”. Aber nun mal ernsthaft, diese Sprüche (auch wenn sie ab und an etwas Wahres an sich haben), lassen wir für einmal links liegen.

Beim Vogellisi- Blog geht es für jetzt mal nicht darum, der Erste zu sein, denn die Belohnung wartet auf den, oder die 500ste(n) Liker(in) unserer Facebookseite.

Ja, lieber Leser, du hast richtig gelesen: 500 (!!!). Auch wir Schreibtüchtigen, die wöchentlich aus Lisis Nähkästchen plaudern, mal mehr mal weniger, „hii oniborg Früüd“ und sind beeindruckt vom Zuwachs unserer kleinen Gemeinschaft.

Als kleiner “Start-up Blog” sind wir natürlich sehr dankbar für jedes Teilen unserer Beiträge, jeden Kommentar und jedes Feedback. Dank Anregungen sind schon öfters neue Beiträge und Ideen entstanden. Als kleines Dankeschön an die treue Leserschaft belohnen wir den 500. Fan deshalb mit einem “Vogellisi-Spezialitäten Sack”. (Bedingung ist allerdings ein Besuch im Vogellisidorf, da das Geschenk abgeholt werden muss, und ansonsten weitergegeben wird).

 

DARUM: Wer wird der Fünfhundertste sein? Teilt fleissig weiter unsere Beiträge, erzählt euren Freunden von uns, denn das Vogellisi Nähkästchen ist noch voller Geschichten und ausgeplaudert hat es sich noch lange nicht. Dagegen sprechen zwei Tatsachen: Das Vogellisi wäre zu vielseitig und das Berner Oberland zu schön.

 

 

Rätselhafte Erzählungen

Heute wieder mal ein bisschen Denksport: Welche der folgenden beiden Kurzgeschichten gefällt Ihnen besser? Und worum geht es dabei eigentlich?

1. Eine schöne Sicht bot sich von dieser Matte aus. Wie in einem Garten Eden glitzerten Kristalle auf den Steinen, ein Adler kreiste unter der Sonne und schickte seinen Alpengruss hinunter zum rustikalen Waldhaus. Hier, wo einst auch Bären Zuflucht unter Schermtannen fanden, kreuzen auch heutige Herbstbesucher noch das national höchst bedeutende Gebiet.

2. Der birkengesäumte Gartenweg im Zentrum war bereits ein Juwel, wo es im Spätsommer nach Lavendel und Alpenveilchen roch. Doch auch am Waldrand fand sich eine friedliche Ecke auf der Sonnenseite. Ob unter einem Regenbogen, bei einem grossen Stein oder im Abendrot – an diesem schönen Flecken war es nun die Bergdohle, die ihr Abendlied anstimmte.

Lösung: In der ersten Geschichte verstecken sich 15 Hotelnamen in Adelboden-Frutigen, in der zweiten die Namen von 15 Ferienwohnungen. Wenn Ihnen also eine der Storys mehr zugesagt hat, dann verfügen Sie nun bereits über eine intuitive Entscheidungshilfe, wo Sie Ihre nächsten Ferien verbringen könnten. Und wenn Sie jetzt noch alle 30 verborgenen Namen richtig bestimmen können, gewinnen Sie… Naja, mal ehrlich: Ist eine gemütliche Unterkunft über dem Hochnebel nicht bereits Belohnung genug?