Der Chäligang ist eine Reeperbahn

Ich hänge über den Engstligenfällen und denke an den Hamburger Kiez. Auf den ersten Blick haben der Klettersteig Chäligang und das berühmte Viertel der norddeutschen Hansestadt zwar wenig gemeinsam. Doch die niedrige Schwierigkeitsstufe der Route zum Hochplateau (K2) erlaubt es mir doch, die Gedanken etwas schweifen zu lassen, und ich entdecke einige Parallelen.

Erstens fliesst an beiden Orten eine Menge Wasser vorbei, sei es in der Hamburger Elbe oder in der Adelbodner Engstlige (die Flussnamen klingen zudem recht ähnlich). Zweitens wird das Vergnügen sowohl beim Klettern im Oberland als auch beim Ausgang auf der Reeperbahn gross geschrieben – wenn auch in etwas unterschiedlichen Kategorien. Drittens erinnert mich die rote Gondel der Seilbahn stark an die grossen Schiffscontainer des Hamburger Hafens, nur dass dort eher Rohöl und Teppiche statt Wanderer transportiert werden. Auch Handschuhe, wie ich sie zum Schutz auf dem Klettersteig verwende, trug ich bei meinen letzten Besuch auf dem Kiez: Damals herrschten dort nämlich Temperaturen von etwa -20 Grad, sodass gar die Binnenalster zufror.

Aber ich schweife ab. Warum ich beim Klettern wirklich an die Reeperbahn denke? Wegen der vielen Seile. Unterhalb der Engstligenalp gibt es Drahtseile am Klettersteig und bei der Bergbahn, es gibt sogar sogenannte Reepschnüre zum Sichern. Und damit sind wir wieder in Hamburg, denn ein «Reep» bezeichnet in der Seefahrt ein Tau. Die «Reeperbahn» wiederum verdankt ihren Namen den Taumachern, die für ihre Arbeit mit dem Seil eine Bahn von mindestens 300 Metern Länge benötigten. Voilà: Der Klettersteig Chäligang darf sich in diesem Fall ebenfalls «Reeperbahn» nennen, denn alleine der Höhenunterschied bis ganz nach oben beträgt 560 Meter.

Ein wahrlich erfrischender Anblick

Ich erinnere mich daran, als ob es gestern gewesen wäre! Man hält die Spannung kaum aus. Nervosität macht sich breit. Am liebsten, möchte jeder Einzelne aufspringen und aus dem Schulzimmer stürmen. Alle waren wir aus dem Häuschen jeden 1. Donnerstag im Oktober. Denn an diesem Tag findet der alljährliche „Adelboden-Märit“ statt. Ein Highlight für gross und klein. Und wir „arme Tröpfe“ mussten noch bis elf Uhr in der Schule ausharren.
Auch diesen Donnerstag ist es wieder soweit: Der „Herbstmärit“ steht vor der Tür bei wunderbarem Wetter, so Meteo. An den Ständen, die verschiedener nicht sein könnten, findet mal allerlei Schönes, weniger Schönes, Wertvolles, weniger Wertvolles, Nützliches, weniger Nützliches und und und. Was man auf jeden Fall findet ist jede Menge Gesprächspartner. So ist der „Märit“ für die Einheimischen auch eine Möglichkeit sich zu treffen, gemütlich zusammen durch die Strasse zu schlendern und den Abend gemütlich bei einem Gläschen ausklingen zu lassen. Auch dafür hat man verschiedenste Möglichkeiten. Ob in der „Weltcupbar“, im „Rösi“, im „Time out“, vor der Metzgerei „Gempeler“, vor „Rüedi’s Kiosk“ oder vor dem Hotel „Bären“. Wie man früher eine Tour durch die Stände unternommen hat, unternimmt man heute eine „Bar-Tour“. Auch die Zahlungsbereitschaft für kleinen Schnick-Schnack und jegliche Süssigkeiten, für welchen man als kleines Kind sein ganzes „Sackgeld“ hingeblättert hat, nimmt mit den Jahren ab. So sieht man die ältere Generation eher selten mit „Chügelipistolä“, farbigem Haarspray und dementsprechend gefärbten Haaren, Prinzessinenkrönchen oder was Kinder halt so gerne mögen. Trotzdem ist die Dorfstrasse doch meist sehr gefüllt und man muss sich seinen Weg durch die Menge geschickt bahnen. Der Duft des frischen „Marroni“ lässt Herbststimmung aufkommen. Ein wahrlich erfrischender Anblick so ein gefülltes Dorf, wenn es in Richtung Zwischensaison geht! 
Ich weiss ja nicht wie es Ihnen geht aber ich freue mich unheimlich auf den Anlass. Schliesslich ist es schon ein ganzes Jahr her. Ich hoffe, dass auch Sie sich den „Herbstmärit“ nicht entgehen lassen. Und wenn Sie arbeiten müssen, verpassen Sie auf keinen Fall die „Märit-Afterparty“. Freinacht! Am Freitag fit zu sein wird sowieso überbewertet! 😉

Ein „Superfood“ erobert Adelboden!

Kennen Sie Chia? Die kleinen Samen aus Mexiko und Südamerika erobern derzeit den Gesundheitsmarkt. Als Superfood werden ihnen diverse Heilkräfte nachgesagt. So sind sie anderen Nahrungsmitteln in ihrer nährstofflichen Zusammensetzung überlegen. Zum Beispiel enthalten sie dreimal mehr Eisen als Spinat und das Fünffache an Calcium verglichen mit Milch. Um eine neue Erfindung der Lebensmittelindustrie handelt es sich allerdings nicht. Die Chia-Pflanze (Salvia Hispanica) war schon den Maya bekannt und diente proteinreiches Grundnahrungsmittel und Energiespender. In der Sprache der Maya bedeutet „Chia“ nichts anderes als „Stärke“.

Wer denkt für diese Extraportion „Stärke“ ein Reformhaus oder ein Biosupermarkt aufsuchen zu müssen, der irrt. Ich staunte auch nicht schlecht, als ich die Chia-Samen in der Bäckerei Haueter entdeckte, habe ich doch – unter uns gesagt – sicher zuletzt mit Superfood in Adelboden gerechnet. Und die Chia- Expansion geht noch weiter: Chia und Brotliebhaber kommen im Haueter beide auf ihre Kosten, denn vereint als Chia-Brot steht dem dem „Super-Gaumenschmaus“ mit Superfood nichts mehr im Wege.

Probieren Sie es aus, lieber Leser, doch seien Sie superschnell für den Superfood; das Brot ist Nachmittags oftmals schon vergriffen.

Gemächlicher Motorsport

Der Wagen startet in der schnellsten Rallye-Klasse. Anfangs der Etappe hebt zur Linken ein Helikopter ab, während der Copilot im Auto dem Rennfahrer die ersten Anweisungen zur Strecke durchgibt: «Rechts voll, Eingang Kuppe, mittel links!» Nach einigen scharfen Kurven in der Steigung öffnet sich das Gelände. Unten Auenlandschaft, oben Beschleunigung auf der Geraden. Der Vier-Zylinder mit Turboaufladung heult auf, als einige kleine Schluchten und Brücken überquert werden. Rechts türmen sich Felswände auf, dann geht es in den Tunnel. «Achtung, Schikane, mittel rechts», warnt der Co-Pilot mit der Karte. Die innenbelüfteten Bremsscheiben glühen. Nach einer langen Geraden folgt der Talwechsel über eine längere Brücke, anschliessend warten mehrere Haarnadelkurven mit starker Steigung. Die Federbeine mit einstellbaren Dämpfern kommen in der Kompression nur kurz zum Einsatz. Nun führt die Strecke vorübergehend teilweise abwärts, wobei das Tal wieder weiter wird. Nach einem erneuten Seitenwechsel führt die Strasse durch dichter besiedeltes Gebiet. Einer letzten Haarnadelkurve im Uhrzeigersinn schliessen sich die letzten Höhenmeter an, dann ist die Rallye-Etappe beendet.

Das war übrigens eine Wegbeschreibung von Frutigen nach Adelboden. Vielleicht ist der eine oder andere Abschnitt bekannt. Falls nicht, sollten Sie die Strecke unbedingt mal selber fahren. Aber bitte etwas langsamer. Die Aussicht wird es Ihnen vergelten.

Es herbstelet 2.0, oder: das Vogellisi an Eishockeymatches

Nachdem der Föhn in den letzten Tagen kurzzeitig für spätsommerliche Temperaturen gesorgt hat, ist nun der Herbst wieder voll und ganz zurück.

Der Herbst steht nicht nur (wie in „Es herbstelet“) für kürzere Tage und jede Menge Pilze. Wird es wieder kühler im Lohnerdorf, kehrt das Leben in der Eishalle der FSA Adelboden wieder ein: die Eishockeysaison startet.

Nach intensivem Sommertraining und diversen Zuzügen, sind die einheimischen “Chnebler” bereit, das erste Meisterschaftsspiel der neuen Saison zu bestreiten.

Dieses findet am Samstag, 19.September um 20.15 Uhr in der Sportarena Adelboden statt. Um den Start in die neue Saison gebührend zu eröffnen, freut sich das “Iis” auf zahlreiche Fans und lautstarke Unterstützung.

 

Das Vogellisi ist übrigens nach jedem Goal der Einheimischen present, wie werden Sie bei einem Spielbesuch selbst herausfinden…