Ein Thron auf der Piste

Ich fahre gerne Snowboard, aber mit der Zeit wird der Hosenboden oft nass-kalt vom Sitzen im Schnee. Ich fahre gerne Ski, aber meine zarten Füsse schmerzen rasch in den engen Plastikschuhen. Ich fahre gerne Schlitten, aber bei warmen Temperaturen sinken mir die Kufen zu schnell ein. Ich winterwandere gern, aber man kommt dabei einfach nicht richtig vom Fleck.

So, genug gejammert. Die Adelbodner haben für mich ja schliesslich schon vor fast 100 Jahren eine praktische Lösung für alle diese Problemchen entwickelt: Den Skigibel oder Skibock, ein Gefährt, bei dem ein Sitz auf einen einzelnen Ski montiert ist. Meine Vorteile liegen klar auf der Hand: Ich sitze sicher, komme zügig voran, sinke nicht ein und kann meine bequemen Winterschuhe anbehalten. Durch den gebrauchten Ski mit seiner individuellen Geschichte bekommt der Gibel ausserdem automatisch etwas Kultiges.

Ich meine, da muss doch einfach was dran sein, wenn die Adelbodner Kids den Skibock sogar benützen, um schneller in der Schule zu sein. Schneller! Die Lehrer dürfte es freuen.

Winter ≠ Winter

Im Winter denkt man in Adelboden an die weissen Dächer und Berge, an blauen Himmel und sternenklare Nächte sowie an knirschenden Schnee unter den Schuhen. Was gibt es Schöneres, als von der Skipiste aus auf das Nebelmeer hinunter zu blicken? Für diesen Beitrag habe ich mich nun in dieses Nebelmeer gewagt. In der Stadt ist es ein anderer Winter, wie wenn Dementoren durch die Gassen streifen. Trist und unbehaglich. Der Schnee Matsch ist dunkel vom Dreck und es sieht so aus als ob sich die Sonne seit Wochen nicht mehr gezeigt hat.

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Kein Wunder gibt es im Winter viele Depressionen. Ich ziehe mich so schnell wie möglich wieder in die Berge zurück und sehe den Winter in Adelboden mit anderen Augen. Z’Bärner Oberland isch schön!

Eskimo entdeckt Oberland

Kunvaktok staunte nicht schlecht, als er das Iglu betrat. Er gehörte zum Stamm der Kalaallit, einer grossen Inuit-Familie aus Grönland, aber diese eisige Konstruktion hier kam ihm fremd und zugleich vertraut vor. Die Schneekuppel schien deutlich grösser als die arktischen Exemplare und verzweigte sich in verschiedene Kammern und Gänge. Das mussten Tausende Kubikmeter sein, die hier verbaut worden waren. Die Felle auf den Sitzplätzen erinnerten ihn an zu Hause, aber der Rest? Kerzen und Laternen erhellten das gewaltige Gewölbe im Innenraum, fremdartige Ornamente und Reliefs zierten die Wände, Eis-Skulpturen schmückten reich gedeckte Tische, und auf diesen dampfte eine gelbliche Masse in einem Topf über kleiner Flamme. Der Grönländer schnupperte – das roch weder nach Robbentran noch nach Narwal-Leber. Aber trotzdem irgendwie verlockend. Kunvaktok griff nach einem stählernen Gegenstand, der wie eine kleine Harpune aussah, und spiesste damit einen kleinen, weichen Würfel neben dem geheimnisvollen Brei auf. „Angiyok!“, rief er nach dem ersten Bissen aus – was in der Sprache der Inuit für „super“ steht …

Zugegeben, Kunvaktok hat das Fondue-Iglu auf der Engstligenalp in Wirklichkeit noch nicht besucht. Aber wenn er es täte, dürfte er ruhig sein Handy zücken, um seinen anderen 199 Kalaallit-Kumpels Bescheid zu geben. Denn so viele Sitzplätze stehen hier zur Verfügung.

Es wäre „Bubi Eifach“!

Wie langweilig so eine Wintersaison doch sein kann. Man kommt an einem Sonntagabend nach einem Wochenendausflug nach Hause, wirft sich aufs Sofa und schon soll der Abend gelaufen sein? Doch plötzlich kommt die erlösende Nachricht: „Chunnsch no i d Berna?“

Innerhalb kürzester Zeit war ich aufgestanden und bereit. Ich machte mich also auf den Weg zum Bernahof wo am Sonntag ein „Bubi Eifach“ Konzert stattfand. Das Konzert hatte schon begonnen. Ich dachte, dass es nicht einfach sein würde mich einzufügen und meine Freunde zu finden. Doch ich stürzte mich einfach ins Ungewisse und liess mich überraschen. Meine Sorgen waren auch total unberechtigt! In der Berna herrschte Bombenstimmung, die mich sofort mitriss. Meine Freunde musste ich nicht lange suchen. Ich entdeckte sie sogleich an vorderster Front. Ich zwängte mich durch die Leute um ebenfalls hautnah dabei zu sein.

Ich hatte „Bubi Eifach“ schon einmal miterlebt am Frutigmärit. Schon damals riss Bubi Rufener die Leute mit seiner unglaublichen Präsenz auf der Bühne mit. Doch dieses Mal war ich noch viel näher dran und man spürte wirklich, dass dieser Mann die Musik liebt. Bei seiner Musik kann man ganz sich selbst sein und man kann mit den Texten mitfühlen. Und was natürlich auch ein riesen Plus ist: Gratis Shots! Alles in allem würde ich sagen, jeder, der diesen Sonntagabend auf der faulen Haut verbracht hat, hat absolut etwas verpasst! Es wäre „Bubi Eifach“.

Fazit: Ein Wintersaisonabend auf der faulen Haut ist ein verlorener Abend!

 

 

Januar-Abstinenzler = unmöglich

Dienstag, 13.1.15, ich steige in den Zug, schnappe mir ein „Blick am Abend“, den anscheinend schon vor mir jemand gelangweilt durchgeblättert hat, um ihn schlussendlich trotzdem liegen zu lassen. Und auch ich blättere durch die Seiten, ohne einem Artikel grosse Aufmerksamkeit zu schenken. Als ich die wahrlich uninteressante Zeitung schliesse und gerade wieder zurück auf den leeren Sitz neben mir werfen will, weckt ein interessanter Titel, der da heisst: „Die Alk-Pause bringts“, doch meine Aufmerksamkeit.
Obwohl ich meine Motivation einen Artikel zu lesen zuerst aus dem Keller holen muss, beginne ich den kurzen Artikel durchzugehen. Anscheinend haben irgendwelche Wissenschaftler einen Selbsttest durchgeführt, der darin bestand während des Monats Januar keinen Alkohol zu konsumieren. Und erstaunlicherweise führte dieser Selbsttest zu vielen positiven Ergebnissen, also wäre es keine schlechte Idee nach den ohnehin schon anstrengenden Festtagen, natürlich auch in Sachen Alkohol, einen Monat Pause einzulegen.
Nun, ich muss zugeben, ich musste schmunzeln während ich diesen Artikel durchlas. Sie fragen sich wieso? Gehen wir nochmal an den Anfang meines Texts. Es war der Dienstag nach dem weltberühmten Weltcuprennens am „Chuenisbärgli“ in Adelboden. Ich war immer noch geschwächt vom berühmten Skifest das jedes Jahr ein feuchtfröhliches Highlight darstellt. Und wie alle Jahre ging es auch 2015 nicht anders. Noch eine Runde… Noch ein Bier… Eine Runde Shots? Natürlich! Ich denke jeder der abstreitet, dass ihm solche Nächte bekannt sind, lügt. Und am Weltcup ist es natürlich doppelt schwierig, abstinent zu bleiben. Alle sind gut drauf. Man macht neue Bekanntschaften. „Open-End“ in den Bars. Es ist einfach immer wieder ein tolles Fest, das man einmal miterlebt haben muss!
Deswegen würde ich sagen: Liebe Wissenschaftler des „New Scientist“, es tut mir sehr leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass Ski- und Skifestfans wohl absolut unmögliche Januar-Abstinenzler sind.